Historisches

Die Arminia ist aus dem Geiste der Französischen Revolution wie auch aus der als Idealismus bezeichneten Epoche, am 4. Januar 1845 in Aschaffenburg entstanden.

Die Arminianer pflegen die in dieser Zeit geprägten Prinzipien als weltanschaulich, politisch, wissenschaftlich und religiös neutrale Verbindung. Sie statuierte auch das Gleichheits- und Demokratieprinzip und die Brüderlichkeit. Im Corpsleben sowie im Alltag versuchen die Corpsstudenten auch Ritterlichkeit zu verkörpern und zu leben.

Forst und Jagd in Aschaffenburg

Im Jahre 1807 entstand in Aschaffenburg das erste Forstinstitut. In den 1820er Jahren gab es an dieser Hochschule eine sich als „Arminia“ bezeichnende Burschenschaft, welche sich über die Umwege der Verbindung „Sulphuritia“ und der Landsmannschaft „Arminia“ am 4. Januar 1845 als Corps konstituierte. Gemeinsam mit den anderen beiden Aschaffenburger Corps, Hubertia und Hercynia, bildete die Arminia im Jahre 1856 den Aschaffenburger Senioren-Convent (SC). Aufgrund der Schließung der Forsthochschule im Jahre 1910, siedelten die Aschaffenburger Corps am 31. Juli nach München über und wurden im selben Jahr in den Münchner Senioren-Convent aufgenommen.

Wechselhafte Zeit der Weltkriege

In den Jahren des Ersten Weltkriegs ruhte der aktive Corpsbetrieb. 1920 erwarb der Corpshausverein das Anwesen in der Schönfeldstraße, auf dem sechs Jahre später, nach An- und Umbaumaßnahmen, das Corpshaus eingeweiht wurde.

Unter dem Eindruck der durch die Nationalsozialisten erzwungenen Änderungen der Wesensmerkmale (wie z. B. das Führerprinzip oder die Durchsetzung der Ariergrundsätze) löste der Philisterausschuss 1936 das Corps auf. Daraufhin wurde im Corpshaus die Kameradschaft „Paul de Lagarde“ untergebracht, welcher Dank eines bestehenden Mietverhältnisses mit der „Deutschen Jägerschaft“ das Haus nicht übereignet werden musste. Am 6. Januar 1945, zwei Tage nach dem 100. Stiftungstag, wurde das Haus durch Fliegerbomben zu 2/3 zerstört.

In den Jahren 1946 bis 1948 wurde das Haus wiederhergestellt. 1949 verpachtete der Corpshausverein die untere Etage des Nordflügels an die bis heute bestehende Gaststätte „Halali.“

Rekonstitution und Nachkriegszeit

Am 24. Mai 1949 wurde der Corpsbetrieb wieder aufgenommen. Von 1949 bis 1952 beherbergte die Arminia in ihrem Hause die Corps Bavaria, Palatia, Franconia, Ratisbonia, Transrhenania und Rheno-Palatia. 1951 wurde der Münchner Senioren-Convent auf dem Arminianerhaus gegründet.

In den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts blieb auch das Corps Arminia nicht unberührt von der Propaganda für die Lehrmeinungen einer neomarxistischen »Diskursethik«. Die seit Mitte der 90er Jahre besonders augenfällig gewordenen negativen Folgen dieser Ethik haben inzwischen kompensatorisch zu einem erneuten Wertewandel geführt; heute wird wieder als sinnvoll gehalten, daß Jugendliche – fortschrittskonservativ – neben dem legitimen Streben nach Selbstverwirklichung ihrer individuellen Möglichkeiten – zum Beispiel auf der Kneipe, im Gesang und auf der Mensur – auch »die Gesprächsgeselligkeit des unendlichen Gesprächs pflegen, das jeden zu Wort kommen läßt, ohne zeitliches Limit und ohne Einigungszwang« (Odo Marquard). In der Diskursethik – etwa von Apel und Habermas – waren unterschiedliche Meinungen lediglich in einer Anfangskonstellation gestattet; und im Endzustand wäre niemand mehr anders als die Anderen gewesen: Alle wären zu Knechten des Konsensdrucks gemacht worden, das heißt zu Knechten dessen, der den Konsensdruck verwaltet.

0