Corps ABC

Kleines Corps-ABC

Aktives Corps, Aktivitas

Die jeweils studierenden Mitglieder (Corpsbursch = CB), die den Kern des Corps bilden. Das mit der verstärkten Vorbereitung auf das Examen beschäftigte Mitglied ist inaktiver Corpsbursch (iaCB). Wer nach erfolgreichem Studium im Beruf steht, wird Alter Herr (AH).

Alter Herr (AH)

Mitglied einer Studentenverbindung, welches das Studium erfolgreich abgeschlossen hat und somit “philistriert” wird. Daher das auch gebräuchliche Synonym “Philister” oder “Corpsphilister”.

Arminius

Cheruskischer Stammesfürst, der den Römern im Jahre 9 nach Christus in der Varusschlacht mit der Vernichtung von drei Legionen eine ihrer verheerendsten Niederlagen beibrachte. Arminius gilt seit dem 19. Jahrhundert als nationale Symbolfigur.

Band

Schmale Schärpe in den Corpsfarben (Arminia: grün-gold-weiß) als Zeichen der lebenslangen Verbundenheit; dient außerdem als Erkennungszeichen.

Charge

Vom französischen la charge = Last, Bürde. Eine Charge ist eine einem Vorstandsamt ähnliche Führungsposition, deren Inhaber (“Chargierter” genannt) in der Regel jeweils für ein Semester aus dem Kreis der Corpsburschen gewählt werden. Siehe auch Senior, Consenior und Sekretär.

Comment

Vom französischen comment = wie. Allgemeine Verhaltensmaßregeln an Universitäten, die zuerst nur mündlich überliefert wurden und im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts erst durch die Corps im SC-Comment schriftlich niedergelegt wurden. Hatten die damaligen Comments noch für alle Studenten einer Universität Gültigkeit, so regelte später der SC-Comment nur noch die Verhältnisse im örtlichen Senioren-Convent.

Consenior (××)

Der Consenior ist der Vertreter des Seniors und gleichzeitig Fechtchargierter. Zum Consenior wird deshalb meist einer der besten Fechter gewählt. Der Consenior hat außerdem das Einpauken der Füchse und Corpsburschen zu beaufsichtigen, den Paukboden zu leiten und die Mensuren auszumachen. Auch Subsenior oder Zweitchargierter genannt.

Corps

Vom französischen le corps = Körper, Gemeinschaft. Corps ist eine heute im deutschen Sprachraum gebräuchliche Bezeichnung für eine Form von Studentenverbindung. Die ersten Corps entstanden um das Jahr 1800. Markiert wird die Entstehung eines Corps durch die Bildung eines Corpsburschen-Convents und der Verabschiedung einer Konstitution. Früher bestehende studentische Zusammenschlüsse haben die Jahrhunderte nicht überdauert, so dass die Corps damit die früheste Form einer Studentenverbindung im heutigen Sinne sind. An jeder klassischen deutschen Universität bilden die Corps heute die ältesten und traditionsreichsten Studentenverbindungen.

Corpsburschen-Convent (CC)

Wöchentliche Mitgliederversammlung während des Semesters, die das Corpsleben regelt, indem bspw. anstehende Veranstaltungen geplant werden. Im letzten CC des Semesters (Abschluss-CC) werden darüber hinaus die Chargierten des nächsten Semesters gewählt.

Coleur

Couleur (französisch “Farbe”) ist die Bezeichnung für die Gesamtheit aller Kleidungs- und Schmuckstücke sowie aller Accessoires und Gebrauchsgegenstände, auf denen oder mit denen die Mitglieder farbentragender bzw. farbenführender Studentenverbindungen ihre als Identitätssymbol festgelegte Kombination von Farben zeigen. Wichtigste Bestandteile des Couleurs eines farbentragenden Verbindungsstudenten sind das um die Brust getragene Band und die Mütze.

Ehrenmitglied (EM)

Höchste Auszeichnung für einen Corpsstudenten, die ein Corps einem Angehörigen für dessen Verdienste um den Bund überhaupt verleihen kann.

Fuchs (F)

Neuaufgenommenes Mitglied in der – gegenseitigen – Probezeit von zwei Semestern. Ein Fuchs macht sich während seiner Fuchsenzeit mit der Kultur des Verbindungsstudententums und den Traditionen seiner eigenen Verbindung vertraut. Dies dient der Vorbereitung auf die Zeit als Vollmitglied, in der er Ämter übernimmt und die Verbindung nach außen repräsentiert. Füchse tragen das sogenannte Fuchsenband (Arminia: grün-weiß).

Fuchsmajor (FM)

Der Fuchsmajor ist verantwortlich für die Betreuung der Füchse. Meistens wird mit dieser Aufgabe ein erfahrenes, älteres, aber noch studierendes Mitglied der Verbindung betraut. Zu seiner Aufgabe gehört unter Anderem das Abhalten von sogenannten Fuchsenstunden, in denen den Füchsen alle Aspekte des Corpsstudententums näher gebracht werden.

hct.

Abkürzung für das lateinische hora cum tempore; bedeutet 15 Min. über der angegebenen Zeit, das sogenannte “akademische Viertel”.

hst.

Abkürzung für das lateinische hora sine tempore; bedeutet angegebene Zeit, also pünktlich

Kneipe

Die Kneipe ist die traditionelle Art einer studentischen Feier, die bei den meisten Verbindungen in einen speziell dafür vorgesehenen Raum in ihrem Haus stattfindet. Auf Kneipveranstaltungen werden nach bestimmten Regeln (Kneip-Comment) und in bestimmten Formen Reden gehalten und Studentenlieder gesungen. Dazu wird meist Bier getrunken. Studentische Kneipen sind aus heutiger Sicht im Vergleich zu später entstandenen Formen studentischer Veranstaltungen ungewöhnlich formell, was sich im Ablauf, in der Gestaltung des Ambientes und in der Kleidung der Teilnehmer äußert.

Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV)

Der Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) ist seit 1848 der Dachverband der ältesten studentischen Verbindungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In ihm sind die Corps der älteren Universitäten im deutschsprachigen Raum zusammengefasst, der Name kommt von dem Gründungsort des Verbandes Bad Kösen. Mehr als 2.000 Studenten und rund 14.000 berufstätige Akademiker bezeichnen sich als “Kösener Corpsstudenten“, sind also Mitglied in einem “Kösener Corps”.

Kommers

Ein Kommers ist eine hochoffizielle Feier bei Studentenverbindungen. Der Kommers ist die festliche und repräsentative Form der studentischen Kneipe.

Konstitution

Grundgesetz eines Corps, in dem die idealen Forderungen und Ziele des Bundes, die Stellung der Mitglieder, ihre Rechte und Pflichten und die inneren Verhältnisse überhaupt festgelegt sind. Änderungen sind meist nur unter besonderen Voraussetzungen zulässig.

Lebenscorps

Corps, die auf dem von den Orden übernommenen Lebensprinzip (= Zusammenschluss aller Corpsbrüder auf Lebenszeit) fußen. Zunächst (bis 1850) aber auch bei ihnen kein Verbot außerhalb noch bei einem anderen Corps aktiv zu werden. Nach 1850 Fortbildung des Lebensprinzips in dem Sinne, dass eine weitere Aktivität bei einem zweiten Corps ausgeschlossen ist. Im alten ursprünglichen Sinne sind heute alle Corps Lebenscorps, weil sich bei jedem Corps die Corpsbrüder auf Lebenszeit verbinden.

Leibfuchs/Leibbursch

Der Fuchs wählt sich seinen Leibburschen nach eigenem Ermessen zu Beginn seiner Fuchsenzeit. Durch die Annahme der Wahl übernimmt dieser die Verpflichtung, den Fuchs innerhalb und außerhalb des Corps zu beraten und ihn notfalls vor dem CC zu vertreten. Das dadurch entstehende enge Verhältnis pflegt meist auf Lebenszeit zu halten.

Mensur

Fechtwettkampf zwischen den Angehörigen von zwei verschiedenen studentischen Verbindungen, wobei gleichwertige Gegner von den Zuständigen für das Fechtwesen, den Consenioren, bestimmt werden. Ernsthafte Verletzungen werden durch eine Schutzkleidung mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen. Nicht zu verwechseln mit einem Duell als Zweikampf mit tödlichen Waffen.

Mütze

Kopfbedeckung in den Corpsfarben (Arminia: weiße Mütze).

Partie

Bezeichnung für die einzelnen “scharfen” Mensuren, die jeder während seiner Aktivenzeit ficht. Zum regelmäßigen Training (“Einpauken”) mit stumpfen Waffen und mit Kopfschutz dient der Paukboden.

Rezeption

Vom lateinischen recipere = aufnehmen. Aufnahme eines Fuchsen in das nur aus den aktiven Corpsburschen bestehende “engere Corps” unter Beachtung besonderer feierlicher Formen. Hierfür sind Voraussetzungen notwendig, wie das erfolgreiche Ablegen der Fuchsenprüfung sowie zwei “Fuchsenpartien”. In der Zwischenzeit zwischen Erfüllung der Voraussetzungen und der Aufnahme in das engere Corps wird auch die Bezeichung Corpsrecipient (CR) verwendet.

Sekretär (×××)

Der Sekretär ist der Schriftführer des Corps. Wird auch als “Drittchargierter” bezeichnet. Der Sekretär übernimmt oftmals auch die Pflichten eines Kassenwarts.

Senior (×)

Der Senior (lateinisch “älter”) ist der erste Vorsitzende (auch “Erstchargierter” genannt) aus dem Kreise der aktiven, studierenden Mitglieder. Der Senior ist der wichtigste Repräsentant des Corps und leitet die meisten Veranstaltungen wie Kneipen, Kommerse und Convente. Bei den Corps vertritt der Senior seinen CC auch auf dem Senioren-Convent (SC).

Senioren-Convent (SC)

Das örtliche Gremium aller Corps an einer Universitätsstadt, in dem die Senioren aller Corps zusammenkommen.

Toleranzprinzip

Corpsstudentisches Prinzip der Nichteinmischung in die politischen, wissenschaftlichen und religiösen Überzeugungen aller anderen Mitglieder des Corps.

Wappen

Nach den eigenen Gesetzen der studentischen Heraldik gestaltetes Abzeichen, das mit unterschiedlichen Symbolen auf die Geschichte des Corps hinweist.

×, ××,×××

Mit “liegenden Kreuzen” hinter dem Namen und dem Zirkel werden die Amtsträger des aktiven Corps, die drei Chargierten Senior, Consenior und Sekretär gekennzeichnet.

Zirkel

Der Zirkel ist ein Erkennungszeichen einer Studentenverbindung. Er ist eine Verschlingung von meist in einem Zuge geschriebenen Anfangsbuchstaben des Verbindungsnamens und eines Leitspruchs.