N° 19 Sozial

IRRTUMSSCHRAUBEN UND WERTESPIRALEN

Eine Korporation – ein sozialer
Körper – kann versuchen, seine Umwelt so zu verändern, dass sie besser
zu ihrer Konstitution passt; und sie kann sich selbst angemessenere
»Sinnesorgane«, »Nervensysteme« und »ausführende Organe« entwickeln.
Derartige Verbesserungen werden durch die Korrektur festgefahrener
individueller Meinungen eingeleitet. Wertespiralen: so könnte man
die verschiedenen Faktoren bezeichnen, die zu einem geglückten Dialog
beitragen und Meinungsänderungen in freier Zustimmung ermöglichen.


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N° 16 Wirkungsvoll

Handeln und Anerkennung finden

Im Verhältnis zum Hasen besaßen
der Igel und seine Frau etwas Besonderes: Sie konnten sich schnell
und unter Beschränkung auf das Wesentliche verständigen. Sie konnten
sich Schnelligkeit sparen. Auch wenn sie, auf anderen Gebieten,
Schnelligkeit zeigen mußten. Der Hase konnte nur schnell laufen.

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N° 14 Rücksichtsvoll

RÜCKSICHTSVOLL UND LIBERAL

Der schottische Moralphilosoph und Volkswirtschaftler
Adam Smith unterscheidet in seinem 1776 erschienenen Buch AN
INQUIRY INTO THE NATURE AND CAUSES OF THE WEALTH OF NATIONS

drei elementare Tugenden: »prudence«, das wohlverstandene
Eigeninteresse; »justice«, der normative Rahmen, innerhalb
dessen sich »prudence« entfalten darf; »benevolence«,
die Güte, deren Befolgung das höchste Gut darstellt.

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N° 13 Identifizierbar

Lang lebe der Leibbursch!

Die Stärke einer Corpsgemeinschaft zeigt
sich in der Fähigkeit zur Integration von den in ihrer Mitte natürlich
entstandenen Gruppierungen, die als Freundschaftszirkel das besondere
Profil der Gemeinschaft prägen. Die Vielfalt dieser »Identitätskerne«
scheintzunächst die »Corporate Identity« des Corps zu verdecken;
aber die Unterschiedlichkeit garantiert die Dynamik und Stabilität
des aktiven Corps.

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N° 12 Angeheitert

ERGO BIBAMUS!

Eine Spezialität des zeitgenössischen
deutschen Philosophen Peter Sloterdijk ist das Aufspüren von unbewußten
und vergessenen Zusammenhängen, von fremden und verschütteten Weisheiten.1993
ist ein Band mit dem Titel »Weltfremdheit« erschienen; dem Kapitel
»Wozu Drogen? Zur Dialektik von Weltflucht und Weltsucht« verdankt
der vorliegende Brief sein Entstehen. Erst der Widerstreit von Nüchternheit
und Begeisterung macht Trinken schön.

Der Mensch ist von der Frühzeit der uns bekannten Kulturen an ein Drogenbenutzer
gewesen, wenn auch ursprünglich unter ganzanderen Begriffen. Die
Drogen waren psychodelische, psychotrope Substanzen, Türöffner zum
Heiligen, im Ritual gebunden, ineinem Kult verankert.

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N° 11 Tolerant

LINKS GESSLERHUT, RECHTS
HAKENKREUZ

Insbesondere bei deutschen Gesellschaftswissenschaftlern ist einseitiger
und unüberlegter Moralismus eine häufig anzutreffende Geisteshaltung:
Nicht selten hört man, unsere Lehrer müßten der jüngeren Generation
immer wieder den Massenmord an Juden im Dritten Reich in Erinnerung rufen;
denn nur dadurch könnten wir, so wird gesagt, verhindern, daß sich ein
derartiges Unglück wiederhole. Außerhalb Deutschlands kann man es aber auch anders hören.

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